Den Krebs besiegen und dem Leben neu begegnen

Das Leben vieler Betroffener verändert sich mit und nach dem Krebs, sei es aufgrund von Bewegungs- und funktionellen Einschränkungen, häufigen Schmerzen, geringerer Belastbarkeit, spürbarer Therapie-Nebenwirkungen oder wegen äußerlicher Veränderungen (z.B. nach Amputation eines Körperteils). Viele Krebspatienten müssen ihr Selbstbild sowie ihre Rolle im privaten und beruflichen Umfeld neu definieren.

Diese Umstände haben zweifellos Einfluss auf die Psyche. Die Mehrheit der Krebs-Patienten hat mit psychischen Problemen zu kämpfen, laut der Deutschen Krebsgesellschaft und Deutschen Krebshilfe bis zu 60% der Betroffenen mit hohen seelischen Belastungen. Andauernde Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue), Traurigkeit, Energie- und Antriebslosigkeit bis hin zu anhaltenden Depressionen sowie Ängste gehören zu den häufigsten Belastungen bei Krebsüberlebenden. Die Ängste sind vielschichtig, fast die Hälfte der Krebspatienten leidet unter starken Ängsten. Die Ängste können die Sorge um das Fortschreiten (Progredienz) oder die Wiederkehr (Rezidiv) des Krebses sein, sie können die finanzielle und berufliche Zukunft betreffen oder aber auch die Unsicherheit, den Anforderungen des Alltags und den Erwartungen von Partner und Familie nicht (mehr) gewachsen zu sein.

Onkologische Reha: Die Psyche für die Rückkehr in den Alltag stärken

Die Folgen einer Krebserkrankung sind für die Betroffenen auf vielen Ebenen spürbar und der Umgang damit ist sehr unterschiedlich. In der onkologischen Rehabilitation werden daher verschiedene psychosoziale Therapien und Beratungen angeboten, um auf seelische Belastungen individuell eingehen zu können. Die psychosoziale bzw. psychologische Betreuung von Krebs-Patienten wird auch als Psychoonkologie (= Psychologie + Onkologie) bezeichnet. Ziel ist es, seelische Belastungen zu verarbeiten und zu behandeln, chronischen psychischen Störungen vorzubeugen sowie Wohlbefinden, Zufriedenheit und Lebensqualität der Krebsüberlebenden zu erhalten bzw. zu verbessern. Eine stabile Psyche und die Kenntnis eigener Bewältigungsmöglichkeiten in Krisensituationen bilden die Basis für die Teilhabe am normalen Alltagsleben und die Rückkehr in den Beruf bzw. das Genießen des beruflichen Ruhestands.

Quellen:

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